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Wien 22., Kagraner Spange-LGV, Phase 1

Ausloberin: Wiener Linien GmbH & Co KG, Stadt Wien MA 21B / Freiraum: ZT DI Cordula-Reisch

geladener, einstufiger stĂ€dtebaulicher Ideenwettbewerb 1. Preis ex aequo mit RĂŒdiger Lainer

StÀdtebau und Architektur:
Ein markant langer, siebengeschossiger Baukörper, eine Spange entwickelt sich entlang der Wagramer Straße. Sie bildet das „RĂŒckrat“ der geplanten Bebauung. Durch ihre, an den Enden differenzierte Ausformung schafft sie ein signifikantes, stadtrĂ€umliches Orientierungselement und eine Verbindung zu den unterschiedlichen Bestandsstrukturen. Ihre aussagekrĂ€ftige Bauplastik mit der Auskragung am sĂŒdlichen Ende korrespondiert mit dem anschließenden, etwas niedrigerem Erweiterungsbau. Dieser schiebt sich mit leichter Verschwenkung unter den Kragteil, hĂ€ngt sich in den großen „Bruder“ ein.
Zwischen der Wagramer Straße und der „Spange“ sind aufgelockert niedere Baukörper gestellt, welche den Maßstab und Charakter der im Osten liegenden Bebauung aufnehmen, aber auch durch ihre geringen Volumina die spezifische Situation im U-Bahnbereich (Tragkraft von Decken etc.) berĂŒcksichtigen.
Die restliche geplante Bebauung besteht aus fĂŒnf, zur Spange im wesentlichen parallel liegenden Baukörpern, dem verschwenkten, schmalen Block, als Mittler und den vier nachgereihten Gartenwohnzeilen. Letztere nehmen die Richtung der Bebauung an der Anton-Sattler-Gasse auf und schaffen durch die grundstĂŒcksbedingte Tiefenstaffelung eine rĂ€umlich interessante „Bruchkante“ zur Bebauung an der Aladar – Pecht - Gasse.
Die Höhenstaffelung der geplanten Bebauung nimmt Bezug auf die Höhen der jeweils angrenzenden Bestandsbauten und trĂ€gt dennoch den neuen Standortbedingungen Rechnung. Die Spange wirkt als „Schutzschild“ gegen die Betriebsamkeit der Hauptverkehrsader, ist aber an vielen Stellen optisch und fußlĂ€ufig „durchlĂ€ssig“. Durch die Nord-SĂŒd Lage aller Baukörper sind sĂ€mtliche Wohnungen ost - west orientiert.
Durch die ruhige Baukörperfolge, die verschwenkten Baukörper, die abgestufte Höhenentwicklung und die lockere Anordnung entstehen unterscheidbare, spannungsreiche AußenrĂ€ume mit Durchblicken und Sichtachsen. Nach SĂŒden öffnet sich das Areal mit einer großen GartenflĂ€che fĂŒr Kindergarten und Hort sowie einem öffentlichen Spielplatz. Diese zusammenhĂ€ngenden GrĂŒnflĂ€chen stellen eine gemeinsame Erholungszone, einen grĂŒnen Keil zwischen vorhandener und geplanter Wohnbebauung dar.
Die DĂ€cher im stĂ€dtisch wirkenden Bereich der Spange sind als begrĂŒnte Dachterrassen, die restlichen DachflĂ€chen als begrĂŒnte FlachdĂ€cher vorgesehen.

Baumassen und Dichte:
Die Baumassen sind schwerpunktmĂ€ĂŸig der Hauptverkehrsader zugeordnet. Hier wird die grĂ¶ĂŸte Dichte erzeugt. In höhen- und dichtemĂ€ĂŸiger Abstufung zur Bebauung an der Doningasse und der Aladar – Pech t- Gasse werden alle anderen Volumina und die GrĂŒnrĂ€ume angeordnet.
Der optional zu planende Erweiterungsbau kann durch seine Lage und Gestaltung dieses Konzept fortsetzen.
Durch Anordnung und Ausbildung der Baulichkeiten findet Wirtschaftlichkeit besondere Beachtung.

Öffentlicher Raum, Erschließung:
Das Quartier wird durch eine, vis a vis der zukĂŒnftigen U1-Station an der Kreuzung Wagramer Straße - Doningasse anliegende, unter auskragenden Bauteilen situierte Piazza erschlossen. Von dieser fĂŒhrt eine teilweise ĂŒberdeckte großzĂŒgige HauptfußgĂ€ngerachse westlich, entlang der RĂŒckseite der Spange. Diese Achse wird von einer SekundĂ€rachse gekreuzt, die an die westliche Spitze des segelbootförmigen GrundstĂŒckes fĂŒhrt. Sie teilt das GrundstĂŒck und erschließt den sĂŒdlich gelegenen GrĂŒnbereich und den nördlich gelegenen, bebauten Bereich. Im sĂŒdlichen GrĂŒnbereich sind der Kindergarten und der Hort, der öffentliche Spielplatz und ErholungsflĂ€chen situiert.
Piazza und HauptfußgĂ€ngerachse haben stĂ€dtischen Charakter im Gegensatz zu der in die Tiefe des GrundstĂŒckes reichende SekundĂ€rachse, die an der Grenze zwischen Wohnbebauung und GrĂŒnraum verlĂ€uft.