English

Wasserwerk Kleehäufel - 2. Preis

Ausloberin: Wiener Wasserwerke / Konsulenten: Freiraum: ZT Cordula Loidl-Reisch

geladener Wettbewerb - 2.Preis

Äussere Hülle der Wasseraufbereitungsanlage
Die in einer Senke südöstlich des Knotens Kaisermühlen zu errichtende Wasseraufbereitungsanlage nimmt als technoide Blackbox auf Begriffe wie Trink- wasserqualität, Sicherheit, Verlässlichkeit, Modernität, Sauberkeit und Gesundheit in einer abstrakten und doch eindeutigen Weise Bezug.
Die geschlossene Box ist zur Gänze mit Stahltafeln (in den Normmaßen 250 cm x 125 cm) bekleidet, deren graublaue Oberfläche im wechselnden Tageslicht in reizvollen feinen Nuancen changiert. Motivisch verstärkt wird das stählerne Glitzern durch reduzierte Kreisbogensegmente, die in die Oberfläche der Platten eingeschliffen sind und in ihrer modularen Anordnung das abstrakte Bild einer im Licht schimmernden Wasseroberfläche erzeugen. Je nach Lichtstimmung wird die Assoziation zu Wasser eindeutig sein bzw. eine dem Bautypus angemessene Aura der Industrialität und Sicherheit ausstrahlen.
Der Farbton der graugeätzten Verglasungstafeln, die das Kreisbogenmotiv weiterführen, korrespondiert mit dem des Stahles, um eine grösstmögliche Homogenität der geometrischen Grundform zu wahren. Eine hochgezogene Attika umfängt die technisch notwendigen Aufbauten der Wasseraufbereitungs- anlage mit einer klaren Linie, zusätzlich sind diese Aufbauten, ebenso wie die seitlich angefügte Treppe, durch ein schlichtes Stahlgitter eingehaust.

Erste und zweite Bauphase
Schon in der ersten Ausbaustufe wird die Grundfläche der zweite Bauphase eindeutig als Erweiterungsbereich der Anlage kenntlich. Eine färbige Betonwand verweist auf die Länge des künftigen Volumens und gibt der gesamten Kubatur schon von Anfang an eine eindeutige Fassung. Zudem schirmt sie die Trafo- anlage ab, die im Rücken der Anlage errichtet wird und die- wenn im Blickfeld liegend- die monolithische Geschlossenheit der Bebauung unnötig schwächen würde. Die Grundfläche der zweiten Ausbaustufe wird mit weissem Schotter belegt, als augenfälliger Gegensatz zur skulpturalen Betonwand sowie als Anspielung auf die reinigende/spülende Funktion des Wassers. Auf den profanen Nutzen des Schotters als Baumaterial für die zweite Bauphase sei hier der Vollständigkeit halber hingewiesen.

Betriebsgebäude und Besucherzentrum
Leitmotiv des Entwurfs für die Gesamtanlage ist die grössmögliche Integration von Betriebsgebäude und Aufbereitungsanlage. Als leichte, gläserne Struktur wird es direkt an die Flanke des Stahlkörpers gesetzt. Gerade angesichts der Hermetik der technischen Kernbereichs des Wasserwerks ist seine prinzipielle "Betretbarkeit" eine unverzichtbare, identitätsstifte Funktion. Auch wenn grosse Teile der Anlage unzugänglich bleiben, ist die räumliche Nähe von Labors und Büros zum "eigentlichen Geschehen" wichtig. Dies gilt auch für Besucher, die das Wasserwerk betreten und nicht etwa ein davon losgelöstes Laborgebäude. Es wird deshalb vorgeschlagen, das Besucherzentrum an die nördliche Schmalseite der Aufbereitungsanlage zu setzen - eine Zone im Obergeschoss, die sich ( im Ingenieursprojekt als Restfläche keiner konkreten Nutzung zugeführt ) gerade für diesen Zweck anbietet. Ein grosses Foyer, ein Vortragsraum, raumhohe Verglasungen und die integrierten Terrassen bieten in diesem integrativen Gelenkpunkt zwischen Betriebgebäude und technischer Anlage für den Empfang von Besuchern ein ideales räumliches Umfeld.

Aussenanlage
Ein Bauwerk im Zeichen des Wassers. Da das zentrale Element Wasser hinter den komplexen technischen Strukturen nahezu verschwindet, ist es für die Identität der Gesamtanlage wichtig, es in der Zone des Vorplatzes bzw. im Bereich der Regenwasserspeicher und Sickerbecken auch sichtbar zu thematisieren. Eine Zugangsrampe, die den Schriftzug WASSERWERK trägt, führt über eine Wasserfläche ins Betriebsgebäude: Man geht über einen Steg, schreitet also über Wasser, wenn man die Anlage betritt, zur Arbeit geht oder als Besucher empfangen wird.