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Fernheizwerk Arsenal

Auslober: Fernwärme Wien GmbH / Konsulenten: Resetarits Consult GmbH, Statik: Gmeiner-Haferl ZT GmbH, Bauphysik: DI Tichelmann Bauphysik

geladener Realisierungswettbewerb

WESENTLICHE GESTALTUNGSMERKMALE DER KONZEPTION

1. Die beachtliche Kubatur der Anlage wird in differenzierte Einzelbaukörper aufgelöst.
2. Die gewählte Materialauswahl verstärkt das Wechselspiel der Baukörper.
3. Durch die architektonische Konzeption wird eine industrielle landmark geschaffen.
4. Alle technischen, funktionalen und sonstigen Vorgaben werden voll erf√ľllt.
5. Der √ľberwiegende Einsatz von Industriebauelementen erm√∂glicht eine budgetkonforme Umsetzung.
6. Im Einklang mit der Bauk√∂rperausbildung werden attraktive, lichtdurchflutete Innenr√§ume f√ľr die Mitarbeiter und Ben√ľtzer erzielt.
7. Die Wahrnehmung des Bauwerks korrespondiert mit der positiven öffentlichen Besetzung der Fernwärmeversorgung.

Die in ihrer Dimension beeindruckende Kubatur des Fernkraftwerks wird durch stringent differenzierte Bauk√∂rper in eine klare und glaubw√ľrdige Form gebracht.
Das Kesselhaus als zentraler Bauk√∂rper ist ein goldfarbener Kubus, der L-f√∂rmig von den rohen niedrigen Betonbauk√∂rpern mit den weiteren dienenden Funktionen umfasst wird. Dadurch wird eine klare Ablesbarkeit geschaffen, die gleichzeitig auf die zwei st√§dtebaulichen Situationen (Autobahn und Franz Grill Stra√üe) Bezug nimmt. Zur Autobahn hin der massive, hohe und goldschimmernde Kubus mit seinen gro√üz√ľgigen, transparenten √Ėffnungen und den dynamischen zackigen Vertiefungen in der Fassade, die in der Nacht hinterleuchtet sind. Das Erscheinungsbild des Kubus ver√§ndert sich mit dem Licht, da die Metalloberfl√§che eine irisierende goldfarbige Beschichtung aufweist.
Die gestellten Anforderungen hinsichtlich Innendimensionen und notwendiger Abst√§nde werden bei dem konzipierten Kubus erf√ľllt und der Funktionsablauf ist nicht ver√§ndert worden.

Die Kamine des Kesselhauses sind als silbrig hochglänzende Einzelelemente hochgezogen und verstärken somit den positiven industriellen Charakter, der durch das Licht und die damit verbundene Veränderung der Fassade verschiedenartig wahrgenommen wird. Von der Autobahn als einem schnellen Verkehrsband aus, wird vorwiegend die große Form des Kesselhauses sichtbar.

Zur Franz Grill Straße, dem Einfahrts- und Eingangstor hin, erlebt man die zwei niedrig gehaltenen rohen Betonbaukörper in ihrer skulpturalen und differenzierten Ausformung, die das hohe Kesselhaus umspielt. Die zwei niedrigen Baukörper haben strukturierte Elemente aus Fertigteilbeton, die abgestimmt auf den Goldton des Kesselhauses eingefärbt sind. Es entsteht durch diese Anordnung der Baukörper ein Vorfeld, das die urbane Situation aufnimmt und widerspiegelt.

Beim niedrigen n√∂rdlichen Bauk√∂rper entsteht durch die orthogonale Begradigung und durch die gestattete Verlegung der Gasregelstation in den ersten Stock ein freier Raum im Erdgescho√ü, der nicht verbaut wird, sondern als attraktiver Vorplatz f√ľr den Eingang dient. Der Raum f√ľr die Gasregelstation ist zum Teil als Auskragung ausgebildet und funktional √ľber einen Gang mit dahinterliegendem Multifunktionsraum zum Stiegenhaus und Foyer des westlichen Geb√§udes hin verbunden.

Das niedrige westliche Geb√§ude mit Eingangsfoyer, Werkst√§tten, Technikr√§umen und B√ľros bleibt in seinen Funktionszusammenh√§ngen unver√§ndert, wird jedoch um eine Achse Richtung S√ľden verschoben, wodurch sich die Luftigkeit des Eingangsbereiches verst√§rkt und auch ein Blick in die Kesselhalle von au√üen m√∂glich ist. Auch wird das Kesselhaus dadurch st√§rker r√§umlich umspielt.
Die gleiche Wirkung ergibt sich beim nördlichen Gebäude durch die orthogonale Ausbildung der Pumpstation, unter Einhaltung der notwendigen Innenmaße.

Die zwei Betonbaukörper sind in ihrer Höhenentwicklung auf Grund der verschiedenen Innenfunktionen und Ebenen unterschiedlich und werden im ersten Stock im Bereich der Auskragung miteinander funktional verbunden. Die Fassadengestaltung spiegelt die inneren Funktionen wider und ermöglicht auch Einblicke in die technischen Anlagen.
Die Klarheit der Baukörper findet in der Grundrissorganisation ihre Entsprechung, indem Veränderungen dort erfolgt sind, wo sie möglich waren ohne die funktionalen Zusammenhänge aufzugeben.

Durch die Gestaltung der Baukörper und ihre Außenmaterialität entsteht ein Wechselspiel der Dimensionen und ihrer Oberflächenwahrnehmung von glatt-rau, glänzend-matt, groß- und kleinteilig. Der goldene Farbton in seinen Materialnuancierungen wirkt als verbindendes Element des Ganzen.

Materialität
Die Materialität spiegelt sich in den einzelnen Baukörpern und ihrem Konstruktionssystem wider. Das Kesselhaus mit seiner Metallaußenkonstruktion ist mit goldfarbener Metallverkleidung eingefasst und durch die irisierende Wirkung der Farbe verändert sich diese je nach Sonnenstand und Einstrahlung.

Die beiden niedrigen Bauten, das n√∂rdliche Geb√§ude (Pumpstation, Gasregelstation und Serviceeinheit) und das westliche Geb√§ude (Werkst√§tten, Lager, Technik samt B√ľros) sind au√üenged√§mmte Stahlbetonkonstruktionen mit Fertigteilsichtbetonelementen, die angepasst an den Goldton eingef√§rbt sind und eine strukturierte Oberfl√§che aufweisen.

Technische Details
Das Kesselhaus:
Auf Grund der technischen Anforderungen an die H√ľlle des Kesselhauses ist dieses mit einem Domico Elementdach und die Au√üenwand mit Kassettentragschalen konzipiert. Die Kassettentragschalen sind mit Planum Domico Elementen verkleidet. Die transparenten √Ėffnungen sind als dreischaliges Profilitglas geplant, das den industriellen Charakter des Bauwerks verst√§rkt und die geforderten Schallschutzwerte mit einer kosteng√ľnstigen Konstruktion erf√ľllt. Dieses Konzept erm√∂glicht eine rasche Bauzeit und stellt eine Konstruktionsart mit optimaler Kosten-Nutzen-Relation dar.

Die zwei niedrigen Bauten (Norden und Westen):
Hier ist eine Grundkonstruktion aus Stahlbeton mit Fertigteilsichtbetonelementen angedacht und f√ľr Stiegenhaus und Foyer eine Pfostenriegelfassade.

Modifikationen zum Vorprojekt
- Die orthogonale Begradigung des Kesselhauses und der Pumpstation Richtung Autobahnerfolgt unter Einhaltung der geforderten Innendimensionen.
- Die Verlegung der Gasregelstation in den ersten Stock samt Erschlie√üung vom Hauptstiegenhaus aus und die orthogonale Begradigung im EG erf√ľllt die Raumvorgaben.
- Die Verlegung der B√ľros samt Nebenr√§umen der Serviceeinheit Richtung Haupteingang.
- Das Dach √ľber der Pumpstation ist √ľber das Hauptstiegenhaus erreichbar, wodurch
das Hochf√ľhren der Stiege auf das Dach nicht notwendig ist.
- Das Fluchtstiegenhaus des Kesselhauses ist wie erlaubt in das Kesselhaus hinein verschoben und in der Ebene 11.60 durch einen Gang mit dem Hauptstiegenhaus samt Lift verbunden.
- Der zweite Fluchtweg vom Dach des Kesselhauses ist √ľber eine Dachluke in das hochgef√ľhrte Stiegenhaus autobahnseitig m√∂glich.

Außenraumgestaltung
Die Liegenschaft wird durch eine Schiebetoranlage von der Franz Grill Stra√üe her erschlossen. Durch die Materialauswahl des Belages (Betonplatten) wird die fu√ül√§ufige Verbindung zum Haupteingang und zu den Pkw Stellpl√§tzen hin markiert und hebt sich so von der asphaltierten Fl√§che f√ľr den motorisierten Verkehr ab.
Die Betonung der Eingangsituation erfolgt nordwestlich durch die dichte Neupflanzung von B√§umen und einer spitzf√∂rmigen Heckenausbildung, wodurch ein gr√ľner Bereich mit Sitzm√∂glichkeit geschaffen wird. Die Hecke, unterbrochen durch Fu√üwege, erstreckt sich bis zu den Richtung Osten verschobenen Pkw Stellpl√§tzen, die zum Teil zwischen den B√§umen eingebettet sind.
Die geforderte Erweiterungsfläche im Ausmaß von 1.000 qm wird durch lineare und abgewinkelte Hecken mit drei Bäumen optisch abgetrennt. Die Bäume entlang der Autobahn werden größtenteils erhalten. Bei nötigen Fällungen wird mit den geplanten Ersatzpflanzungen ein Ausgleich erreicht.