PROJEKT IMBERGSTRASSE 31

Arge Veselinovic-Resetarits / Ausloberin: Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen

Ideenwettbewerb und baukünstlerischer Realisierungswettbewerb, Nachrücker


Die Salzburger Steingasse lüften

Nach langem Hin und Her hat die Salzburger Altstadtkommission entschieden, dass die Bestandsbauten des Alten Diakonissen-Krankenhaus Ensembles bis auf das Ursprungshaus abgebrochen werden dürfen. Die neue Bebauung für Wohnen, Gesundheit, Bildung und Gastronomie liegt in der Salzburger Altstadt zwischen der stark befahrenen Imbergstraße und der ruhigen Steingasse.

Wiewohl die Steingasse in ihrer altstadtcharakteristischen Enge reizvoll erscheint, ist deren Öffnung, Belichtung und Durchwegung ein städtebauliches Kernthema des Projekts. Die Auflösung einer geschlossenen Baumasse in eine lockere Abfolge teilweise gegeneinander verschwenkter Einzelbaukörper ermöglicht es, neue Sichtachsen zu schaffen und alte zu erhalten. Die historische Substanz wird auf den denkmalgeschützten Kernbestand konzentriert.

Ein dem öffentlichen Gemeinwohl dienender Standort

Die zusätzliche Öffnung der Steingasse Richtung Süden wird auf Fußgängerebene durch die Aufständerung dreier „Kristallkuben“ auf schlanke Stützen erreicht. Unterbrochen wird die Kette der Baukörper durch das villenartig freigestellte Ursprungshaus. Die Anhebung der Baukörper in den luftigen Baumkronenansatz der Platanen bewirkt für die Nutzer große Vorteile in Bezug auf Belichtung und Aussicht. Um die durch die Aufständerung gewonnene freie Bodenfläche als öffentlichen Raum nutzen zu können, werden zwei Basisbauwerke errichtet, die sich dem Niveau der Steingasse anpassen. Eine Nutzung dieser teilweise gedeckten Plattformen als Caféterrasse und Passage bzw. Spielfläche des Kindergartens soll zur Etablierung eines dem öffentlichen Gemeinwohl dienenden Standortes wesentlich beitragen. Die Gesamthöhe der neuen Bebauung schließt an den historischen Kern aus den 1930er-Jahren an, im Osten sinkt der zweigeschoßige Kubus mit dem Gefälle der Steingasse.

Schichtung der Funktionen


Die Funktionsbereiche sind über die gesamte Kubatur horizontal geschichtet. Mit zunehmender Höhe nimmt das Maß an Privatheit zu. Die historische Substanz wird für Gästeapartments genutzt. Die "English Play Group" findet im westlichen Basisbauwerk eine gartennahe Bleibe, während auch die allgemein bzw. öffentlich genutzten Bereiche in den Basiskuben bzw. auf deren "Dächern" (= Bodenfläche Steingasse) untergebracht sind.

Das erste Obergeschoß bleibt als freier Sicht- und Durchquerungsraum offen. Das zweite Obergeschoß, die unterste Ebene der drei angehobenen Baukörper, ist mit einer Brücke verbunden und für medizinische Nutzung vorgesehen. Im dritten Obergeschoß, westlich des Gästehauses, sind Büros untergebracht. Die obersten Ebenen der drei Kristallkuben sind der Wohnnutzung vorbehalten. Die jeweils zugeordneten Dachterrassen sind mitten in die Bäume gehoben und bieten einen privilegierten Blick auf den Kapuzinerberg und die Festung.

Fußgängersteg zur Uferpromenade der Salzach

Entlang der stark befahrenen Imbergstraße wird ein gläserner Schallschutz errichtet, dessen versetzt geschichtete Scheiben eine fußläufige Durchquerung ermöglichen. Ein Fußgängersteg, der von der Imbergstraße direkt in die Mitte der neuen Bebauung sticht, gewährt eine städtebauliche Anbindung im Süden des Planungsgebietes. Vom Giselakai kommend, ist es jetzt möglich, auf kurzem Weg in das neue Wohn- und Geschäftszentrum oder direkt in die Steingasse zu gelangen.

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