Zuschauerhaus Raimundtheater

Auslober: Vereinigte Bühnen / Konsulenten: Freiraum: grünplan GmbH, Bauphysik: DI Martin Franz Tichelmann, Hochbaukonsulent: Resetarits Consult, Kunst: Ingeborg Kumpfmüller / Visualisierung: Virtual DynamiX multimedia und architecture

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb, 2.Preis


Sanierung und Modernisierung eines Wiener Theaters


Unter den Wiener Theatern steht das Raimundtheater ganz im Dienst des Musicals, Besuchermangel ist hier kein Thema. Ziel des Wettbewerbs war die Verbesserung des Komforts für das Publikum, eine Erhöhung der Sitzkapazität war nicht gefordert, aber gern gesehen. Das nicht denkmalgeschützte, von außen als „wienerisch-historisch gewachsenes Theater“ wahrnehmbare Erscheinungsbild des Gebäudes soll im Großen und Ganzen beibehalten werden.

Über einen Vorplatz wird der Haupteingang erreicht. Anstelle des ehemals zentral über dem Eingang vorhandenen skulpturalen Dachschmucks wird zusätzlich zum Namenszug „Raimundtheater“ eine zeitgenössische „Skulptur“ vorgeschlagen. Durch die Aufnahme von Dynamik und Farbenfreude spiegelt sie die Aktivitäten im Hause wider und soll Logo-Funktion erreichen.

Zeitgemäßer Zuschauerraum und Friedrich Schillers Mahnung

Bei der Innenraumgestaltung des Hauptraumes wird durch die Wahl zeitloser und eleganter Ausstattung sowie durch gezielte Materialreduktion und -wahl eine zeitgemäße, angenehme Atmosphäre erzeugt. Auf die Funktionalität der Oberflächen und deren positive Alterung wird besonderer Wert gelegt. Der fliederfarbene Farbton der Bestuhlung und der Böden wird vom Cremeweiß der Wände und Kalotte ergänzt. Mit der übrigen Raumausstattung und den „Beleuchtungslinien“ in den Lisenen soll im Zusammenspiel mit den Darbietungen ein anregender und zeitgemäßer Eindruck beim Besucher erweckt werden. Für die Künstler sichtbar, wird am Balkon des ersten Ranges Friedrich Schillers Mahnung an die Künstler als Schriftzug angebracht.

Im Theaterraum spielt die Wahl der Bestuhlung eine wichtige Rolle. Die Definition der Dimensionen erlaubt die Erhöhung der Sitzanzahl. Es ist trotz des größeren Sitzangebotes von 1350 Plätzen eine Straffung des gesamten Ablaufes gelungen. Die im Parkett vorgeschlagene Version von Sitzplätzen mit zwei Gängen und drei kompakten Sitzbereichen erlaubt 496 plus 88 Sitzplätze. Bei nur einem Mittelgang und zwei Sitzbereichen sind sogar 500 plus 96 Plätze möglich (die „plus“ Zahlen beziehen sich auf die Erweiterung anstelle des Orchestergrabens). Auf dem 1. Rang sind 370 und auf dem 2. Rang 303 Plätze vorgesehen.

Direkt von der Straße kommend ist im Foyer der ursprüngliche und widerstandsfähige Terrazzo als Bodenbelag gedacht. Die Räumlichkeit selbst sowie bei den Buffets oder Bars soll konform zum Zuschauerraum der neue atmosphärische Gesamteindruck zur Geltung kommen.
Einzelne „Versorgungsinseln“ sind in Muschelform mit verspiegelter Rückwand und als Glasträger ausgebildet und in den Gängen positioniert. Zusätzliche Servicebereiche sind so verteilt, dass Gangbreiten nicht gestört sind und die Besucher in Platznähe flott ihre Bestellungen konsumieren können. Im Untergeschoß, im Foyer und im Niveau 2. Rang sind Shops vorgesehen.

Öffentlicher Vorplatz mit Potential

Aufgrund der städtebaulichen Lage hat der Vorplatz des Raimundtheaters Potenzial zu einem wertvollen öffentlichen Freiraum. Es wird vorgeschlagen, diesen Vorbereich nach dem langjährigen Leiter und Retter des Raimundtheaters „Rudolf-Marik-Platz“ zu benennen. Die derzeit bastionsartige Stützmauer am Spitz des Vorplatzes wird aufgegeben und das Gelände vom Theater zur Kreuzung
in einer Ebene verzogen. Eine Verlängerung der Treppen entlang der Strohmayergasse und eine Grüninsel lassen den beträchtlichen Höhenunterschied spielerisch wirken. Skulpturale Sitz- und Liegemöbel laden zum Verweilen ein. Das flexible Bespielen des Vorplatzes für diverse Veranstaltungen ist möglich. An prominenter Stelle situiert und bereits von Weitem als Blickfang sichtbar, dient ein beidseitig lesbarer Infoscreen zur Fassung des Vorplatzes an dessen Spitzende.

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