Kaiserin-Elisabeth-Spital

Ausloberin: Stadt Wien KAV / Konsulenten: Freiraum: Carla Lo Landschaftsarchitektur / Renderings: tomaselli.visual sensations

Einstufiger, offener, Realisierungswettbewerb

In der dicht bebauten Mitte des 15. Wiener Gemeindebezirks „Rudolfsheim-Fünfhaus“ liegt das Planungsareal. Auf dem nördlichen Teil, der durch Kardinal-Rauscher-Platz, Huglgasse, verlängerter Goldschlagstraße und Holochergasse begrenzt wird, soll ein Neubau für ein Pflegewohnhaus entstehen. Der südliche Teil bis zur Felberstraße soll für einen geförderten Wohnbau genutzt werden.

Ein Haus für die Pflege mit freier Mitte

Im nördlichen Areal schließt die u-förmige Bebauung des Pflegewohnhauses den urbanen Straßenraum und ermöglicht eine großzügige, freie Mitte, die visuell bis zur Bettina Stiftung erlebbar ist. Die Straßenräume entlang der Hugl- und Holochergasse werden durch das Abrücken um drei Meter ab der Erdgeschoßzone erweitert. Die Untergeschoßzone, die sich zum Kardinal-Rauscher-Platz einebnet, fungiert als Basis für das Gebäude. Die Abstufung des Baukörpers in Längsrichtung reagiert zusätzlich auf den abfallenden Geländeverlauf und lässt Dachgärten entstehen. An der Ecke Kardinal-Rauscher-Platz - Huglgasse wird im Erdgeschoß die Gebäudeecke aufgelöst, wodurch ein gedeckter Vorplatz für den Haupteingang des Pflegewohnhauses geschaffen wird.

Die südliche Wohnbebauung zur Felberstraße hin schließt den Straßenraum durch die durchgehende Erdgeschoßzone mit den quer aufgesetzten Riegeln. Sichtachsen zu den historischen Bauten der Stiftung Bettina und den seitlichen Pavillons werden geschaffen. Aus Schallschutzgründen sind zwischen den Riegeln Glasschallschutzwände konzipiert, die Wohnqualität ermöglichen. Die Erdgeschoßzone ist arkadiert, wodurch eine Verbreiterung des Gehsteiges mit Baumpflanzungen und die Schaffung von Ladezonen ermöglicht wird.

Ausblicke und Durchblicke im neuen Pflegewohnhaus

Die Erdgeschoßzone des neuen Pflegewohnhauses empfängt seine 336 Bewohner mit einer großzügigen Eingangshalle, die in Verbindung zum inneren Grünraum steht. An die Halle angeschlossen sind Café, Mitarbeiterrestaurant, Verwaltung und in weiterer Folge Therapiebereich und Tagesambulanz. Spannende und abwechslungsreiche Ausblicke und Durchblicke für die Bewohner sind gewährleistet. Die 12 Pflegestationen sind als Dualsystem in vier Obergeschoßen organisiert. In den Stationsmitten befinden sich die großen Tagräume mit den Pflegestützpunkten. Die Pflegezimmer mit Ihren Loggien sind kompakt in überschaubaren Gruppen in den Nahbereichen der großen Tagräume organisiert.
In den mittleren Erschließungsbereichen entstehen durch Nischen, Erweiterungen, seitliche Lichteinfälle und die angrenzenden Tagräume spannende räumliche Sequenzen. Sie bieten Platz für Bewegung, Gestaltungselemente wie Licht- und Farbspiele, Möblierung und Pflanzen. Über die Lifte, die im Erdgeschoß nahe bei den Gartenausgängen positioniert sind, ist ein direktes Erreichen des Gartens gewährleistet.

Wohnungen mit großzügigen Freiräumen


Auf dem südlichen Teil des Areals bis zur Felberstraße, entsteht unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Gebäude ein geförderter Wohnbau. Bei einer Gesamtwohnungsanzahl von 116 Wohnungen wird den zukünftigen Bewohnern ein differenziertes Angebot an Wohnungen mit einer Vielfalt von insgesamt 15 Grundtypen offeriert. Die Wohnungen sind von Ost nach West durchgesteckt und werden über Laubengänge erschlossen. Loggien dienen als Puffer vor den Aufenthaltsräumen der Wohnungen und beleben die Erschließung durch die Laubengänge.
Jeder Wohnung ist ein großzügiger Freiraum entweder in Form einer Loggia oder einer Terrasse zugeordnet. In der Erdgeschoßzone sind gartenseitig Gemeinschaftseinrichtungen wie Gemeinschaftsräume, Waschküchen, Fahrrad- und Kinderwagenräume positioniert. Sie stehen in Geh- und Sichtverbindung mit den Eingangsfoyers und dem Freiraum. Kleine Büroeinheiten sind hofseitig zum Freiraum konzipiert. Zur Felberstraße hin sind lokale Versorger im überschaubaren Ausmaß situiert.

Kompakte Baukörper mit skulpturaler Durchformung

Der gesamte Baukörper wird durch Vor- und Rücksprünge und Materialwechsel gegliedert.
Die Erdgeschoßzone des Pflegewohnhauses ist vorwiegend als Glaspfostenriegelfassade transparent gehalten und ruht in den Seitengassen auf einem rauen Sockel. Darüber sind als erste Schicht in warmem, gelb changierende Sichtbetonelemente vorgehängt. Sie
korrespondieren farblich mit der zweiten, tieferliegenden Schicht der Putzglimmerfassade. Holzjalousien bewirken ein lebendiges, sich stetig veränderndes Fassadenbild. Vorspringende Gebäudeelemente sind in einem dazu passenden Grün gehalten. Die Erdgeschoßzone der Wohnbebauung zur Felberstraße und zu den Höfen hin ist transparent gehalten. Die Fassaden der vier Riegel sind in weißem Glimmerputz ausgeführt. Durch die farblich kontrastierenden Glaselemente bei den Wohnungsfreibereichen entsteht ein lebendiges Erscheinungsbild. Die Riegel werden durch die Glasschutzwände miteinander verbunden.

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