English

interkulturelles Wohnen Nordbahnhof, Bauplatz 3a - 1.Preis

Bautr√§ger: Urbanbau Gemeinn√ľtzige Bau-, Wohnungs- und Stadterneuerungsgesellschaft m.b.H. / Freiraum: dnd Landschaftsplanung

Bauträgerwettbewerb, 1. Platz

STADTSTRUKTUR

Auf Grund der st√§dtebaulichen Ein- und Anbindung an den vorhandenen Stadtraum und unter Ber√ľcksichtigung von Beschattungssituationen, Wohnungsausrichtungen und angestrebten weiten Sichtachsen besteht die vorgeschlagene Bebauung aus zwei miteinander verbundenen Bauk√∂rpern; einem linearen hohen entlang ‚ÄěAn den Kohlenrutschen‚Äú und einem L-f√∂rmigen, der durch seine differenzierte H√∂henlage in zwei Bauelemente gegliedert ist. Eine verglaste Br√ľcke verbindet die Obergeschosse beider Bauk√∂rper als Gelenk, das als Z√§sur wahrgenommen wird.

Um eine optimale Belichtung der Wohnungen samt Gemeinschaftsr√§umen und des Freiraumes zu gew√§hrleisten, wird von der zul√§ssigen Bruttogescho√üfl√§che in der Form zur√ľckgegangen, dass im L-f√∂rmigen Bauk√∂rper- Bauteil 3 entlang der ‚ÄěLeopold Moses Gasse‚Äú auf ein sechstes Geschoss und ein Dachgescho√ü verzichtet wird. Auf diesem niedrigen Bauteil kommt die Gemeinschaftsterrasse samt Gemeinschaftsraum zu liegen.
Im h√∂heren Bauteil des L-f√∂rmigen Bauk√∂rpers sind 7 Gescho√üe und ein Dachgescho√ü konzipiert, der lineare Bauk√∂rper weist 8 Gescho√üe und ein Dachgescho√ü auf. Diese beiden Bauk√∂rper nutzen die zul√§ssige Geb√§udeh√∂he von 21 und 23 Metern, jedoch wird die erlaubte Dachgescho√üh√∂he von 4,50 Meter nicht ausgen√ľtzt.
Die √úberpr√ľfung obiger Parameter wurde mittels Modellstudien und Beschattungssimulationen bewerkstelligt.

Auf den nahe liegenden ‚ÄěRudolf Bednar Park‚Äú und ‚ÄěCampus‚Äú wird, durch die Aufl√∂sung der Geb√§udeecken √ľber zwei Gescho√üe Bezug genommen, wodurch zwei platzartige Erweiterungen f√ľr Freizeitaktivit√§ten von Jugendlichen wie Graffiti, Balancieren und Klettern und sowie zum Verweilen entstehen, die auch gleichzeitig den Eingang in die Anlage betonen.
Die geschaffene Platzsituation als halb√∂ffentlicher Bereich, verbindet den √∂ffentlichen Bereich mit dem inneren, gr√ľnen Spiel- und Erholungsbereich der Anlage, der sich wiederum visuell mit dem Freiraum der Nachbarbebauung zu einem gro√üen Gr√ľnareal verbindet. Durch die gemeinsame Feuerwehrzufahrt kann mehr Gr√ľnfl√§che geschaffen werden. Die Auskragungen und √Ėffnungen an den Kopfteilen der Bauk√∂rper fungieren als skulpturale Verbindungselemente zur benachbarten Bebauung.

Die vorgeschlagene städtebauliche Struktur schafft funktional belebte Verbindungen, die sich im Inneren des Gebäudes fortsetzen und identitätsstiftend wirken.


GEB√ĄUDESTRUKTUR

√úber die durchl√§ssige Z√§sur des Geb√§udes mit dar√ľberliegender Br√ľcke werden die Wohnfunktionen mit den Gemeinschaftseinrichtungen erschlossen. Dieses Gelenk bildet die Haupteingangssituation des Projektes, neben der Stiegenhauseing√§nge ‚ÄěAn den Kohlenrutschen‚Äú und an der ‚ÄěLeopold Moses Gasse‚Äú bestehen, die auch vom Freiraum aus zug√§nglich sind.

Die Bebauung gliedert sich in drei Typologieerschließungen:

- Laubeng√§nge beim linearen Bauk√∂rper 1 entlang ‚Äě An den Kohlenrutschen‚Äú
- Hallenerschließung beim höheren L-förmigen Baukörper 2
- Sp√§nnertyp mit parziellem Mittelgang beim niedrigen L-f√∂rmigen Bauk√∂rper 3 entlang der ‚ÄěLeopold Moses Gasse‚Äú

Beim linearen Baukörper beginnt ab dem 1. Stock die Laubengangerschließung, die zum Teil durch Loggien, als Puffer vor den Aufenthaltsräumen der Wohnungen, belebt wird. Weiters variiert die Breite des Laubenganges, wodurch räumliche Sequenzen entstehen. In diesem Baukörper sind vorwiegend durchgesteckte Maisonettewohnungen untergebracht.
Weiters beherbergt er in der Erdgeschoßzone die Gemeinschaftsräume, die in einer räumlichen Abfolge von Waschsalon zu Kinderspielraum und Gemeinschaftsraum verbunden sind. Der Kinderspielraum ist mit dem Gemeinschaftsraum koppelbar, wodurch flexible Nutzungen ermöglicht werden. Die Gemeinschaftsräume sind zum Freiraum hin orientiert und erhalten zusätzlich Licht durch den beidseitig verglasten Gang von der Straße her, wodurch Durchwegung, Dynamik und Lebendigkeit von beiden Seiten her wahrgenommen werden kann.
Durch das Foyer beim Stiegenhaus ist ein direktes Betreten des Gemeinschaftsraumes von au√üen her m√∂glich. Ausschlaggebend f√ľr diese Positionierung der Gemeinschaftseinrichtungen ist das Hineinf√ľhren des Sonnenlichtes in die R√§ume und die Einbettung in den Freiraum. Die verglaste Br√ľcke verbindet den Bauk√∂rper im 1., 2., 5 und 6. Stock mit dem Hallentyp.

Der Hallentyp mit zweih√ľftig situierten Gescho√üwohnungen ab dem 1. bis zum 6. Stock und Dachgeschoss ist lichtdurchflutet, einerseits durch Dachverglasungselemente, die in Verbindung mit den Luftr√§umen das Licht ins Innere f√ľhren und andererseits durch stirnseitige Verglasungen. Zur ‚ÄěLeopold Moses Gasse‚Äú sind im 2. und im DG-Gescho√ü Gemeinschaftsloggien f√ľr die BewohnerInnen platziert.
Die Halle bietet die Möglichkeit von gemeinschaftlichen Nutzungen und ist ein Ort, wo Kommunikation ermöglicht bzw. initiiert wird.
Im Erdgescho√ü sind zur Strasse hin drei von au√üen zug√§ngliche zusammenlegbare B√ľro-, Lokal oder Ordinationseinheiten untergebracht.
Zum Freiraum hin sind die Gemeinschaftsr√§ume wie Hausbetreuerb√ľro, Fahrradwerkst√§tte, Fahrradraum und Kinderwagenraum positioniert, die in Geh- und Sichtverbindung zu Halle und Au√üenraum stehen.
Die Halle steht im Erdgeschoß sowie im 2. und 6 Stock mit dem Spännertyp in Verbindung.

Der Sp√§nnertyp ist auf Grund der Wohnungsanzahl von 18 Wohnungen ein kleiner Bauk√∂rper, der im Erdgescho√ü einen kleinen Waschsalon und einen Kinderwagenraum neben einem Fahrradraum und dem M√ľllraum aufweist. Vom Stiegenhausfoyer, Fahrradraum und Waschsalon gelangt man auch in den Freiraum. Es sind in diesem Geb√§udeteil vom 1. bis zum 5. Geschoss durchgesteckte Geschoss- und Maisonettewohnungen untergebracht, die zum Teil auch von der Halle her erreichbar sind. Dar√ľber befindet sich die Gemeinschaftsterrasse mit Grillplatz und Hochbeeten samt Gemeinschaftsraum mit Sanit√§reinheit. Dieser Gemeinschaftsbereich ist sowohl vom Stiegenhaus als auch √ľber die Halle erreichbar.

Durch das Verbinden der Baukörper mit den unterschiedlichen Erschließungssystemen und Gemeinschaftseinrichtungen entstehen verschiedenartige Durchwegungen und Nutzungsmöglichkeiten.
Die Positionierung der Garageneinfahrt von der ‚ÄěLeopold Moses Gasse‚Äú her, unter Einbeziehung eines Teilst√ľckes von rot ‚ÄěG‚Äú, erm√∂glicht eine durchg√§ngig begehbare Erdgescho√üzone, die belebt und einsehbar ist und mit der Umgebung in Kommunikation steht.
Eine begr√ľnte Pergola √ľberdeckt die Ein- und Ausfahrtssituation der zweigeschossig konzipierten Garage samt Keller, um keine unn√∂tigen Fl√§chen des rot ‚ÄěG‚Äú und des Grundst√ľcks zu versiegeln.


WOHNUNGSSTRUKTUR
Die Konzeption beruht darauf, dass bei einer Gesamtwohnungsanzahl von 106 Wohnungen den zuk√ľnftigen Bewohnern ein differenziertes Angebot an Wohnungen (von B- bis E- Einheiten) und Grundrissen mit einer Vielfalt von insgesamt 37 Typen offeriert wird.

Weiters sind die Wohnungsgr√∂√üen optimiert, um leistbaren Wohnraum anbieten zu k√∂nnen, damit ein Angebot f√ľr kinderreiche Familien und AlleinerzieherInnen aber auch f√ľr Paare oder Singles vorhanden ist. Dies wird zum Teil dadurch bewerkstelligt, dass die Verteilerg√§nge klein gehalten werden bzw. zum Teil die Zimmer von den Wohnk√ľchen erschlossen sind.

Auch sind 23 Wohnungen mit abgetrennten K√ľchen ausgestattet, um den verschiedenen Bed√ľrfnissen gerecht zu werden. Bez√ľglich Mehrgenerationenwohnen weisen 56 Wohnungen Jugendzimmer mit direktem Zugang vom Vorraum auf. Die 6 E- Wohnungen im Bauk√∂rper 1 erm√∂glichen auch das Zusammenleben einer Familie mit einer Jungfamilie in einer Einheit.

Eine Querdurchl√ľftung ist neben den 25 Maisonettewohnungen auch bei einem Teil der Geschosswohnungen gegeben.

Auch ist auf die optimale Himmelsausrichtung der Wohnungen mit langen Blickachsen und verschiedenen Ausblicken Bedacht genommen worden. Im Bauk√∂rper 1 sind bis auf die Stirnseiten die Wohnungen von Nord-Ost nach S√ľd-West durchgesteckt, beim Bauk√∂rper 2 hofseitig sind diese nach S√ľd-Ost bis S√ľd-West orientiert, bei der nachteiligen Situation Richtung Nord-West werden die Loggienverglasungen der Wohnr√§ume Richtung Westen verschwenkt, um Sonnenlicht in die R√§ume zu leiten. Im Riegel 3 sind die durchgesteckten Wohnungen von Nord-Ost nach S√ľd-West ausgerichtet, ansonsten nach S√ľd-West.
Grunds√§tzlich ist jeder Wohnung bis auf die G√§stewohnung und einer B-Wohnung ein gro√üz√ľgiger Freiraum zugeordnet, entweder in Form einer Loggia oder, wie im Fall der Dachgeschosswohnungen, von Terrassenfl√§chen.


GESTALTUNG
Die klare Linienf√ľhrung der kompakten Bauk√∂rper wird durch eine funktional bedingte, skulpturale Durchformung differenziert. Ebenso wie Vor- und R√ľckspr√ľnge gliedern Materialwechsel vertikal wie horizontal den gesamten Bauk√∂rper und schaffen ein lebendiges Erscheinungsbild, das mit dem Umfeld korrespondiert. Die Erdgeschosszone ist aus funktionalen Gr√ľnden als Glas-Alu Pfostenriegelfassade mit Eternitverkleidung bei den massiven Teilen ausgef√ľhrt.

Die skulpturalen Vor- und R√ľckspr√ľnge der Bauk√∂rper, die auch die Wohnungs-typologien ablesbar machen, ergeben sich durch zur√ľck gestaffelte Dach-geschosszonen mit vor gelagerten Terrassenfl√§chen sowie durch subtile f√§rbige Gestaltungselemente im Bereich der Loggien, die ab dem 1. Obergeschoss die verputzen Fassaden (Silikatputz) als gleichsam zweite Haut bereichern.
Diese Ausformung wird durch die Bildung des gedeckten Platzes und der Br√ľckenverbindung als Z√§sur verst√§rkt.