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Schlosspark Grafenegg

Auslober: Grafenegg Kultur Betriebsges.m.b.H. / gemeinsam mit ZT DI C.Loidl-Reisch, Statik: Gmeiner-Haferl ZT GmbH, Bauphysik/Akkustik: ZT DI Franz Kalwoda, TGA: Allplan GmbH

geladener Gutachterverfahren

KONZERTMUSCHEL IM PARK
Die „große Senke“ östlich des Schlosses erweist sich nicht nur aufgrund der topografischen Gegebenheiten des Parks als idealer Standort für die Freiluftbühne, sondern auch aufgrund des Naheverhältnisses zur Alten Reitschule sowie der vorhandenen bzw. vorgesehenen Infrastruktur mit Ticketingbereich und Parkplätzen. Angesichts der fallweisen Bespielung der Bühne für ein gehobenes Festivalpublikum bzw. der Option, die Veranstaltung bei Schlechtwetter in die Alte Reitschule zu verlegen, lässt eine gewisse „Zusammengehörigkeit“ der einzelnen Baukörper logisch und angemessen erscheinen, zugleich strahlt die ins Terrain eingelassene Konzertbühne eine gegenständliche und festliche Autonomie aus. Eine LKW-Zufahrt mündet von Norden kommend seitlich in die Konzertmuschel des neuen Theaters. Eine weitere Zufahrt auf die erhöhte Liegewiese hinter dem Auditorium ermöglicht das Anliefern der technischen Ausrüstung für Lichtregie und Aufzeichnungen der Konzerte.

Dank der Einbettung dieser Schallmuschel (Gehäuse aus Dichtbeton mit metallischen Glitzerzusätzen) in die Schichtlinien der Geländesenke sowie der fächerförmigen Sitztribüne, die sanft in eine Liegewiese ausläuft, wird die eigentliche Größe des Freilufttheaters kaum spürbar, behält der Bau seinen skulpturalen und besonderen Charakter. Auf die weichen Linien der Parklandschaft reagiert das Bühnenhaus mit kristalliner, gleichsam organischer Kantigkeit. Die an ein Wasserufer gesetzte Muschel öffnet sich nach Osten, eine sonnengelbe Beschichtung sorgt für einen kräftigen „kostbaren“ Lichtton, der an Blattgold erinnert. Die gläsernen Akustikfächer an den Wangen der Bühne sind orange getönt und können zusätzlich hinterleuchtet werden, die Klappstühle in den Zuschauerrängen werden im gleichen Farbton gehalten. Logenplätze in den Seitentribünen verstärken die Aura des Klassischen eines Freilufttheaters, das dem historischen Amphitheater augenzwinkernd eine Referenz erweist. Der Blick auf das Schloss, die Wasserfläche, die Liegewiese, die Pflanzen der Parklandschaft – vor dieser stimmungsvollen Kulisse kann jedes Konzert zum speziellen Erlebnis von Kunst und Natur geraten.

In der Spielzeit verweisen einzeln im Park aufgestellte und ebenfalls orangfarbene Membrane auf die künstlerischen Aktivitäten am Gelände. An der Bühnenseite des Freilufttheaters sind für die Winterabdeckung verschiebbare Steher deponiert, eine Konstruktion, in welche die einzelnen Membranen in Aluminimumrahmen einfach eingeklipst werden. Bis zur nächsten Saison...