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Ausstellungsstraße / Ecke Perspektivstraße

Auslober: U2 Stadtentwicklung GmbH / Konsulenten: Resetarits Consult GmbH, Freiraum: dnd Landschaftsplanung, TGA: Allplan GmbH

geladener Wettbewerb

Leitbilder
- Einbindung in gewachsenes Umfeld
- Unverwechselbarkeit, Signifikanz, spezifischer Ort, Auffindbarkeit, Orientierung
- Maßstab
- Differenziertheit
- Funktionalität
- Wirtschaftlichkeit in Errichtung und Betrieb

Städtebauliche Einfügung in die Umgebung, Bebauungsstruktur, „visuelle Durchlässigkeit“, Signifikanz, Gebäudetypologie, Wirtschaftlichkeit

Als Antwort auf den umgebenden städtebaulichen Bestand wird ein Ensemble mit starker räumlich-visueller Durchlässigkeit vorgeschlagen. Wie „Objekte“ werden die einzelnen Baukörper vor der zum Prater orientierten Stadtkante nördlich der Ausstellungsstraße locker und beschwingt aufgestellt. Die Volumen des Ensembles sind zueinander spannungsreich in Beziehung gebracht, der Betrachter erlebt außenräumliche Vielfalt und Tiefe.

Die städtebaulich dominierenden Baukörper Boarding-House und Hotel flankieren die niederen Baukörper des Bürohauses, des Annex des Boarding-House und der Serviced Apartments. Die Baukörperkonstellation bietet Passanten, Bewohnern und sonstigen Nutzern des Ensembles, wie auch jenen der gegenüber liegenden Bebauung der Ausstellungsstraße verschiedenste Sichtachsen in die Tiefe des Areals und durch dieses hindurch.

Die gewählte Baumassenanordnung und die differenzierte Gestaltung der einzelnen Baukörper gliedert das gesamte Ensemble und macht die einzelnen Funktionen der jeweiligen Wirtschaftseinheiten (Boarding-House, Bürohaus, Hotel, Serviced Apartments) ablesbar. Boarding-House und Hotel markieren mit 23,90m und 24,20m Höhe den Rand des Ensembles. Die Höhen des Bürohauses (17,10m), der Serviced Apartments (12,80m) und des Annex des Boarding-House (7,00m) sind aus städtebaulichen Gründen und als Höhenausgleich bewusst niedriger konzipiert.

Die prägnante Baukörperanordnung, die Zuschnitte und die Architektur der einzelnen Baukörper zielen auf eine starke Objekthaftigkeit ab. Diese erzeugt hohe Signifikanz (Projekterkennungswert) und damit verbunden einen Ort, Orientierungspunkt, eine Land Mark entlang der geradlinig verlaufenden Ausstellungsstraße.

Im Erdgeschoß und teilweise im 1. Obergeschoß des Boarding-House ist ein Kindergarten untergebracht. Seine Gruppenräume sind den davor liegenden Grünflächen zugewandt. Ein im Osten an das Erdgeschoß des Kindergartens grenzender, tiefer gelegener Außenraum trennt die dort hin orientierten Gruppenräume vom weiter führenden Freibereich des Boardinghouses.

Kompakte, einfache, quaderförmige Baukörper und deren maßvolle Ausgestaltung ermöglichen größte Wirtschaftlichkeit in Errichtung, Betrieb und Erhaltung.


Außenräume, Baukörpergestalt, Baukörpergestaltung

Die Baukörper sind zur Erzielung spannungsreicher Außenräume frei und unschematisch auf der Liegenschaft positioniert und schaffen unterschiedliche, präzis lesbare Außenräume mit Abgrenzungen und Raumübergängen. Die Ausgestaltung der somit erzeugten Räume dient deren jeweiligen Nutzung. Die Freiflächen des Kindergartens sind durch das Boarding-House von den übrigen völlig getrennt.

Die Plastizität der Baukörper und die abwechslungsreiche Baukörpergestaltung tragen zur außenräumlichen Bereicherung, Identifikation, Orientierung und zur visuellen Freude bei. Vor- und Rücksprünge in maßvollem Gestaltrahmen gliedern die Außenflächen der einzelnen Bauteile. Bekränzende Balkonbänder, gleich einem Flechtwerk vermitteln den Begriff „Nest“, sie schichten horizontal, geben spielerische Bewegtheit. Ein Wechselspiel von offenen und geschlossenen Flächen vermittelt zusätzlich das Gefühl von Geborgenheit.
Nuanciert gefärbte Putzflächen, Sichtbeton, teilweise perforiertes Aluminiumblech der Balkone und färbiges Glas - auch als künstlerische Applikation - bestimmen die äußere Erscheinung des Ensembles.