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Wohnen am Marchfeldkanal

Freiraum: YEWO Landscapes, Soziologie: realitylab

BautrÀgerwettbewerb - dialogorientiertes Wettbewerbverfahren

STADTSTRUKTUR GESAMTAREAL

Die Charakteristik des Areals definiert der Marchfeldkanal, daher wird die Ost – West –DurchlĂ€ssigkeit des Epk-Raumes zum Marchfeldkanal in der konzipierten Bebauung sĂŒdlich der PunkthĂ€user aufgenommen.
Die erste lineare Bebauungsreihe, bestehend aus drei Baukörpern, schafft gleichsam ein RĂŒckgrat fĂŒr die beibehaltene punktförmige Bebauung und betont damit ihre Struktur, als die in GrĂŒn eingebetteter solitĂ€rer Stadtvillen.
Die zweite Bebauungsreihe bildet im SĂŒdwesten fĆ«r das Areal eine Bebauungskante als Abschluss aus, die durch Aufweitungen unterbrochen ist. Sie fasst partiell den GrĆ«nraum ein.
Im SĂŒdosten wird als Übergang zum Marchfeldkanal ein zeilenförmig verdichteter Flachbau vorgeschlagen.
Die nördliche punktförmige Bebauung zum Epk wird durch die Erhöhung und Verschiebung des westlichen SolitĂ€rs modifiziert. Diese Volumens- Modifikation ermöglicht eine Anrainer- freundliche, horizontal niedrig gehaltene, dreigeschossige Bebauungsstruktur mit vergrĂ¶ĂŸerten DurchgĂ€ngen entlang der Inge-Konradi-Gasse. Diese horizontale Struktur wird durch die fĂŒnfgeschossige höhere Eckbebauung im Westen wie auch im Osten, zum Quartiersplatz hin, gehalten. In Flucht der Feuermauern der Anrainerbebauung wird in zweiter Reihe eine punktuelle Erhöhung mit Erdgeschoss und vier Obergeschossen positioniert. Diese stĂ€dtebauliche Konzeption bedarf auf Bauplatz 1 der Inanspruchnahme des § 69.
Die gemĂ€ĂŸ Bebauungsplan vorgesehene umschließende Bebauung des Platzes wird ĂŒbernommen.
Der Kindergarten bildet entlang des Rad-und Fußweges zwischen Gaswerkstraße und Epk FlĂ€che eine GebĂ€udekante aus, die zum Epk fortgefĂŒhrt wird. Der Freiraum des Kindergartens wird dadurch Anrainer- abgewendet im SĂŒden zum Bauplatz 4 hin angeordnet.


STADTSTRUKTUR BAUPLATZ 4

Variante „SOLO“ ohne § 69:
Entsprechend der Analyse und der Modellierung der zulĂ€ssigen Bebauung gemĂ€ĂŸ Bebauungsplan ist die reduzierte Baukörperstruktur -"SOLO"- entwickelt worden. "SOLO" nimmt durch terrassierte Fassaden Bezug auf die Anrainersituation. "SOLO" ist ein L- förmiger Baukörper, der auf einer eingeschossigen dreieckigen Basis ruht und in den oberen Geschossen zu einem linearen Baukörper transferiert wird. Die Höhenentwicklung staffelt sich von ein- bis fĂŒnfgeschossig und einem zurĂŒckgesetzten Dachgeschoss.

Variante „DUO“ mit § 69:
In der weiteren Analyse wurde ein Baukörper unter Einbeziehung des § 69 entwickelt, der eine Kubatur– Verlagerung Richtung Heeresspital vorsieht, wodurch eine ZĂ€sur ausgeformt werden kann und der zweigeteilte Baukörper -"DUO"-entsteht.
"DUO" bildet die Fortsetzung der West–Ost– Schneise vom Marchfeldkanal bis zur Gaswerkstrasse und ermöglicht dadurch fĂŒr die Anrainer lange Sichtachsen. Weiters wird die Frontwirkung durch die ZĂ€sur und durch die terrassierten Fassaden aufgelöst. Das Motiv der terrassierten Fassaden wird in "DUO" verstĂ€rkt weitergefĂŒhrt. Gleichzeitig bewirkt die Kubatur- Verlagerung eine Betonung der Ecke Gaswerkstraße/Jane-Tilden-Gasse als Zeichen des neuen Stadtareals bzw. ist sie ein Pendant zum Heeresspital.
Die Variante "DUO" ist neben architektonischen Aspekten anrainerfreundlicher und wird daher prÀferiert.

Die zwei Baukörper ruhen ebenso auf einer eingeschossigen dreieckigen Basis. Der zum Kindergarten hin orientierte Baukörper ist linear und staffelt sich von fĂŒnf Obergeschossen und einem Dachgeschoss zur Gaswerkstraße auf ein Erdgeschoss mit zwei Obergeschossen hinunter. Der punktförmige ungleichmĂ€ĂŸig konfigurierte Baukörper ruht partiell auf der Basis und hat vier Obergeschosse und ein zur Gaswerkstraße zurĂŒckgesetztes Dachgeschoss. Die Ecken werden durch Loggien aufgelöst und reduzieren die wahrgenommene Kubatur.

„SOLO“ und „DUO“ haben folgende Elemente gemeinsam:
Die Basis beherbergt die Gemeinschaftseinrichtungen, die bis auf den Waschsalon und den Kleinkinderspielplatz zur Auskragung (Platz) und nach Westen hin orientiert sind. Zum ostseitigen Fuß- und Radweg und zum Kindergarten sind nutzungsoffene Bereiche konzipiert, wo Wohnen, Arbeiten oder bei Bedarf auch lokale Versorger situiert werden können.
Die durch die zweigeschossig aufgestĂ€nderte Ecke geschaffene Platzsituation, als halböffentlicher Bereich, verbindet den öffentlichen Bereich mit dem Inneren (GemeinschaftsrĂ€ume) und dem Freibereich des Wohnhauses. Der dadurch ĂŒberdachte Freiraumbereich bietet Raum fĂŒr FreizeitaktivitĂ€ten und betont auch die dortige Eingangssituation des Wohnhauses.
Die Auskragung samt Loggien und Öffnungen am Kopfteil des Baukörpers fungiert als skulpturales Verbindungselement zur benachbarten Bebauung.

Die vorgeschlagene stÀdtebauliche Struktur schafft funktional belebte Verbindungen, die sich im Inneren des GebÀudes fortsetzen und identitÀtsstiftend wirken.


GEBÄUDESTRUKTUR

Die eingeschossig durchlÀssig gestaltete Basis beherbergt bei beiden Varianten "SOLO" wie "DUO" folgende Funktionen:
- Waschsalon, nordöstlich gelegen mit Ausgang zum vorgelagerten
Kleinkinderspielplatz, der zum Kindergarten und Rad-Fußweg hin positioniert ist
- Indoor – Kletterwand, als Fixpunkt fĂŒr die Kinder im Inneren
- Gemeinschaftsraum, in zwei Einheiten teilbar
- Fahrrad-Kinderwagenabstellraum, mit WerkstĂ€tte als großer Raum konzipiert, wo die Einteilung erst durch Wohngemeinschaft erfolgt bzw. in der zweiten Wettbewerbsstufe nach Abstimmung mit den anderen BauplĂ€tzen
- Allgemeine sanitÀre Einheit
- MĂŒllraum samt Schleuse
- Nutzungsoffene Zone mit erhöhter Raumhöhe, die Wohnungen, BĂŒros, Ordinationen als auch bei Bedarf lokale Versorger beherbergen kann.

Folgende weitere Elemente beinhalten beide Varianten:
Die ZugĂ€nglichkeit ist von Gaswerkstraße, Jane-Tilden-Gasse und vom östlichen Rad- und Fußweg gegeben, wodurch Offenheit und Umgebungseinbindung erreicht werden. Eine Adressenbildung ist durch die differenzierten ZugĂ€nge gegeben.
Die GemeinschaftsrĂ€ume stehen einerseits in Verbindung zum Freiraum und andererseits durch partiell situierte transparente Elemente mit der inneren Halle. Ausschlaggebend fĂŒr diese Positionierung der Gemeinschaftseinrichtungen ist das HineinfĂŒhren des Sonnenlichtes in das Innere.

Das Angebot der nutzungsoffenen Zone entlang des westlichen Fuß-Radweges und des Kindergartens ist durch die konzipierte höhere Raumhöhe von rd. 3 Meter und das Zusammenlegen der RĂ€umlichkeiten, die auch von Aussen erschließbar sind, erst möglich. Wie erwĂ€hnt sind die RĂ€umlichkeiten fĂŒr Wohnen, Arbeiten, Ordinationen etc. geeignet.

Über dieser erhöhten Erdgeschosszone werden bei beiden Varianten durchgehend Wohnfunktionen angeordnet.

Die Wohnfunktionen sind in folgenden Erschließungs- Typologien organisiert:
- "SOLO" ist als Hallentyp projektiert.
- "DUO" ist als SpÀnnertyp im punktförmigen Baukörper und als Hallentyp im linearen Baukörper konzipiert.

Durch das Verbinden der Baukörper mit den unterschiedlichen Erschließungssystemen und Gemeinschaftseinrichtungen entstehen verschiedenartige Durchwegungen und Nutzungsmöglichkeiten.

Beide Erschließungen sind durch Dachverglasungs- Elemente lichtdurchflutet, die in Verbindung mit den LuftrĂ€umen das Licht ins Innere fĂŒhren.
Die Halle bietet die Möglichkeit von gemeinschaftlichen Nutzungen und ist ein Ort, wo Kommunikation ermöglicht bzw. initiiert wird.

Auf Grund der GrĂ¶ĂŸe, Konfiguration und Lage des GrundstĂŒcks ist die Mitbenutzung der Garageneinfahrts- Situation von Bauplatz 5 sinnvoll, wodurch die Erdgeschosszone nach allen Seiten hin eine Belebung erfĂ€hrt.

Bebauungsvariante
Bebauungsvariante "Solo"
Bebauungsvariante
Bebauungsvariante "Solo"
Bebauungsvariante
Bebauungsvariante "Duo"
Bebauungsvariante
Bebauungsvariante "Duo"