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Traviatagasse

Bauträger: Familienwohnbau, Gartenheim, Gebös / Konsulenten: Freiraum: Katja Simma Landschaftsarchitektur

Bauträgerwettbewerb

ST√ĄDTEBAU
Auf Grund der st√§dtebaulichen Ein- und Anbindung des Projektgebietes wird eine zweireihige Bebauung vorgeschlagen. Die erste Bebauungsreihe bildet den Abschluss Richtung Laziusstra√üe und besteht aus einem Riegel, als urbane Kante, mit einer Z√§sur und einer mittigen Ausnehmung. Diese Z√§sur √∂ffnet den K√∂rper zu dem Stra√üenraum und bildet eine Verl√§ngerung der Blickachse zum Naturraum. Die zweite Bebauungsreihe bildet den Abschluss Richtung Naturraum und besteht aus zwei Punkth√§usern und einem Riegel. Auch dieser Riegel besitzt eine Z√§sur um die Verwebung des Projektgebietes mit dem umliegenden Stadt- und Naturraum sichtbar und f√ľhlbar zu machen.
Den Abschluss Richtung Traviatagasse bildet ein gro√üz√ľgiger √∂ffentlicher Platz, die Piazza Verdi/Verde, in der Bezeichnung die musikalische Nachbarschaft aufnehmend. Sie √∂ffnet das Projektgebiet zu den Bewegungsstr√∂men des √∂ffentlichen Verkehrs. An der Piazza ist das Waschcaf√© und der Kindergarten situiert um Austausch zwischen den Bewohner/innen und Nachbar/innen zu erm√∂glichen.
Zus√§tzlich zu dem √∂ffentlichen Freiraum gibt es eine gestaltete Mitte, einen halb√∂ffentlichen Bereich, welcher den Bewohner/innen als Treffpunkt und Kommunikationsraum dient. Der n√∂rdliche √∂ffentliche Durchgang ist gro√üz√ľgig ausgebildet und unterst√ľtzt die Verwebung des Gebietes mit der Umgebung. Dadurch wird der Naturraum auch f√ľr die Umgebung nutzbar. Diese Ma√ünahmen f√∂rdern die Kommunikation und den Austausch, zum einen der Bewohner/innen untereinander zum anderen mit der Umgebung, und machen das Projektgebiet zu einem Ort des Zusammentreffens, einem Foyer.

GEB√ĄUDE / ERSCHLIESSUNG
Durch die Position der n√§chstgelegenen Stationen des √∂ffentlichen Verkehrs √ľbernimmt die Piazza Verdi/Verde eine Verteilungsfunktion. Die Geb√§ude sind im Untergescho√ü miteinander verbunden und erm√∂glichen ein gesamthaftes Durchwegen. Jedoch ist das Verweben der R√§ume nicht nur horizontal ausgebildet, auch vertikal stellen Atrien einen Bezug zwischen Untergeschoss und Erdgeschoss her. Bei der gestalteten Mitte bietet ein Gemeinschaftsraum die M√∂glichkeit f√ľr Events und Veranstaltungen. Die angrenzende Hallenerschlie√üung ist durch eine Glasfassade gro√üz√ľgig √∂ffenbar und erm√∂glicht so nicht nur eine witterungsunabh√§ngige Abhaltung, sondern eignet sich auch als B√ľhne. Das Gemeinschaftsangebot wird erg√§nzt durch eine Fahrrad- und Bastlerwerkstatt, einen Waschsalon, einen Bewegungsraum und einen Videoraum als Freizeitangebot f√ľr Jugendliche.
Die Erschließung der Gebäude ist unterschiedlich ausformuliert. Die Riegel besitzen eine Hallenerschließung und die Punkthäuser sind Spännertypen.

GESTALTUNG
Die kompakten Bauk√∂rper sind skulptural ausgeformt und schaffen mit den Loggien- Elementen ein lebendiges Erscheinungsbild, das mit dem Umfeld korrespondiert. Die Auskragung samt Loggien und √Ėffnungen fungieren als Verbindungselement zur benachbarten Bebauung. Die Atrien stellen eine sichtbare und f√ľhlbare Verbindung zwischen dem Untergeschoss und dem Erdgeschoss her.

FUNKTIONEN

Das Erdgeschoss dient der Gemeinschaft und Familien. Um ein Zustellen dieser Fl√§che zu vermeiden f√ľhrt eine Rampe direkt von der Piazza Verdi/Verde zu den Radremisen, gro√üz√ľgigen multifunktionalen Abstellfl√§chen mit Stellvorrichtungen und H√§ngevorrichtungen. Die Radremisen k√∂nnen zu einem Teil auch von der Gemeinschaft mit Events und Veranstaltungen bespielt werden.
Durch eine Z√§sur im Dachgeschoss im Riegel zur Laziusstra√üe entsteht eine Fl√§che welche als Reservefl√§che dient und ebenfalls einer gemeinschaftlichen Nutzung zugef√ľhrt werden kann. Um Generationen gerechtes Wohnen zu f√∂rdern werden f√ľr alle Altersgruppen, mit Schwerpunkt auf Familien mit Kindern, im Erdgeschoss Wohnungen vorgesehen mit direktem Zugang zu einem privaten Gr√ľnbereich.


FREIRAUMKONZEPT
Der Bauplatz grenzt im Westen an ein Schutzgebiet Wald- und Wieseng√ľrtel (SWW), an dem der Radweg Laxenburg entlangf√ľhrt. Das Schutzgebiet ist im Stadtentwicklungsplan 2025 als eine landschaftspr√§gende Freiraumvernetzung angef√ľhrt, bei der es vorwiegend um eine Bestandverbesserung geht.
Unser Freiraumkonzept sieht vor, das Planungsgebiet mit diesem Schutzgebiet zu verbinden. Die Freir√§ume des Bauplatzes und die SWW Fl√§chen werden mittels gr√ľner B√§nder verkn√ľpft. Diese B√§nder werten einerseits die Gr√ľnstrukturen des Schutzgebietes auf. Andererseits werden die Freir√§ume des Bauplatzes durch die B√§nder in die SWW Fl√§chen verl√§ngert und bieten dadurch gro√üz√ľgige Erholungsgebiete f√ľr die zuk√ľnftigen Bewohner/innen der Siedlung.
Am Bauplatz selbst gibt es drei Aufenthaltsbereiche. Der Piazza Verdi/Verde ist ein Platzbereich am Eingang zur Siedlung. Er ist √∂ffentlicher Treffpunkt der Siedlung und bietet Raum f√ľr den Kinder- und Jugendspielbereich mit vielf√§ltigem Spiel- und Bewegungsangebot. Die Eing√§nge zu Einrichtungen wie dem Waschcaf√© und dem Kindergarten sind an dem Platz angeordnet.
Die B√ľhne ist ein Bereich im Zentrum der Siedlung. Sie dient als Treffpunkt und Austauschplatz innerhalb der Siedlung. Der Kleinkinderspielbereich, Hochbeete f√ľr Urban gardening sowie Sitzm√∂glichkeiten bieten M√∂glichkeiten f√ľr Geselligkeit und Bet√§tigung im Freien. Der Bereich der Loggia/B√ľhne kann in der warmen Jahreszeit ge√∂ffnet werden und als B√ľhne fungieren.
Am Nordrand der Siedlung ist die Bebauung von der Bebauungsgrenze und dem angrenzenden Friedhof abger√ľckt, um eine klare √∂ffentliche Verbindung von der Laziusstra√üe zur SWW Fl√§che zu schaffen. Diese Verbindung kann von den Kindergruppen der angrenzenden Kinderg√§rten in der Ewald-Blaser-Gasse genutzt werden. Die Stra√üen√ľberquerung wird zum Schutz der Kinder gestalterisch hervorgehoben. An dieser n√∂rdlichen Verbindung ist ein Bereich f√ľr Jugendliche vorgesehen. Sitzpodeste entlang der Friedhofsmauer dienen als uneingesehener R√ľckzugsort. Eine an der Hausfassade angebrachte Kletterwand erm√∂glicht sportliche Bet√§tigung.
Die drei Atrien entlang der Haupterschlie√üungsachse in Nords√ľdrichtung schaffen eine offene Verbindung zum Untergeschoss. Die Fahrradremisen und Aufenthaltsbereiche im Untergeschoss werden √ľber die Atrien erschlossen und dadurch zu einer integralen Verl√§ngerung der ebenerdigen Freir√§ume. Der Kindergarten, im S√ľden der Siedlung gelegen, hat einen gro√üz√ľgigen Gartenbereich, der zum Schutzgebiet Wald- und Wieseng√ľrtel orientiert ist.
Die privaten Gartenbereiche sind bei den Punkth√§usern ebenerdig und durch Hecken abgeschirmt. Bei den anderen Bauk√∂rpern sind die Privatbereiche 50cm √ľber Niveau angehoben und mit Hecken eingefasst, um die Privatsph√§re zu st√§rken. Den erh√∂hten Terrassen entlang der Laziusstra√üe ist ein ebenerdiger Rasenstreifen vorgelagert, der von den Kindern der Siedlung als offener Spielstreifen genutzt werden kann.
Die Gestaltung der SWW Fl√§chen wird bewusst reduziert gehalten. Die gr√ľnen B√§nder, Gr√§serstreifen und Baumreihen, stellen die Verbindung zur neuen Siedlung her. Der Baustellen-Aushub wird f√ľr eine topografische √úberformung genutzt. Die Fl√§chen sollen ein informelles Erweiterungsgebiet f√ľr Tier und Mensch sein.