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Pichlgasse - neue Siedlerbewegung

Bautr√§ger: gemeinn√ľtzige Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Merkur" reg.Gen.m.b.H. / Freiraum: ZT Cordula Loidl-Reisch

Bauträgerwettbewerb

St√§dtebauliche Bez√ľge
F√ľr das durch unterschiedliche Widmungen in zwei Abschnitte geteilte Bearbeitungsgebiet wird ein gemeinsamer Bezug der Bauk√∂rper zum Au√üenraum hergestellt. Sowohl im ‚ÄěGartensiedlungsgebiet‚Äú als auch im Bereich mit der Widmung ‚ÄěErholungsgebiet, Kleingartengebiet f√ľr ganzj√§hriges Wohnen‚Äú sind alle Bauk√∂rper in zwei, nur durch die Hauptzufahrtsstra√üe (√∂ffentliches Gut) unterbrochenen ‚ÄěZeilen‚Äú angeordnet.
Diese nehmen die Richtung der alten Riede und Fluren auf und stehen im Spannungsfeld der in Nord-S√ľd Richtung laufenden Verkehrswege. Die Basisidee f√ľr die Gartensiedlung bildet eine um 2,40m vom Terrain abgesetzte gef√ľhrte Erschlie√üungstrasse f√ľr die Stellpl√§tze unter den H√§usern und G√§rten. √úberleitung und Verbindung zur √∂ffentlichen Stra√üe √ľber eine Zufahrtsrampe (9,8%) und Stiegen gibt auch der mit 1,5 m nur um die H√§lfte abgesenkte Platzbereich im Zentrum des Gesamtareals. Dort sind ein Schwimmbad, ein Spielplatz und Gr√ľnfl√§chen in windgesch√ľtzter Lage situiert. Beiden Gebietsteilen dient der Platz als gemeinsamer Freiraum und Treffpunkt. F√ľr Pflicht‚Äď und Besucherstellpl√§tze sowie M√ľllpl√§tze sind baumbestandene, begr√ľnte Bereiche an der Hauptzufahrtsstra√üe mit Wendehammer im Norden vorgesehen.
Die differenziert gestalteten Geb√§udereihen lassen die Volumina im Verh√§ltnis zur flachen und weiten Landschaft der Umgebung wenig raumgreifend wirken. Die vorgeschlagene einheitliche Farbe aller Bauk√∂rper in einem ‚Äěk√ľnstlichen‚Äú Hellgr√ľn soll das ‚ÄěVerschwinden‚Äú in der Landschaft betonen. Nat√ľrlich sind auch andere helle Farbt√∂ne m√∂glich. Zus√§tzlich kann optional auch ein mehrteiliges Farbkonzept angeboten werden, um Identit√§tsfindung- und Begr√ľndung zu f√∂rdern. Die F√§rbigkeit des umgebenden Bestands wird dabei zu ber√ľcksichtigen sein.

Gestaltung und Funktionalität
Die innovativen und spezifischen Baukörpergestaltungen - Wand und Dach bilden eine ungeteilte Materialeinheit - sowie die gewählte differenzierte Zeilenform als Gestaltelement bilden den Charakter der Anlage.
Grunds√§tzlich sind alle S√ľdseiten der Erdgeschosse durchgehend und geschosshoch verglast. Die √ľbrige Belichtung erfolgt √ľber herk√∂mmliche Fenster√∂ffnungen. Gezieltes Durchbrechen des scheinbar strengen Systems kann durch Einzelinterventionen (Beschattungselemente, Au√üentreppen, Stichg√§nge, Vord√§cher) erfolgen. Baulich sind alle Wohngeb√§ude durch ihre generelle Nord - S√ľd Orientierung fixiert.
Vorgelagerte G√§rten sichern trotz der eher klein gehaltenen Fl√§chen der Baulose eine positive Distanz zwischen den einzelnen H√§usern. Mit dem gew√§hlten Konzept werden hohe Wohnqualit√§t und optimal angeordnete Gartenfl√§chen auch durch die aus dem unmittelbaren Blickfeld ger√ľckten Stellpl√§tze erm√∂glicht. Die √§u√üerst wirtschaftliche Fl√§chen‚Äď und Raumnutzung mit geradliniger, sparsamer Stra√üen‚Äď und Wegef√ľhrung und den abgesenkten Stellpl√§tzen erlaubt eine maximale Anzahl von Wohnh√§usern. Auch durch den geringeren Grundanteil (Baulosgr√∂√üen 190m¬≤ bis 216m¬≤ statt Sollwert 250m¬≤) werden sie f√ľr viele Familien leistbarer.

Das Gartensiedlungsgebiet im Westen zeichnet sich durch die genannte innovative Erschlie√üung aus. Von dieser aus werden die unter den G√§rten, Vorg√§rten und teils auch unter den H√§usern selbst situierten, √ľberdeckten Garagen und Carboards mit neben liegenden Fahrradk√§figen angefahren. Diese Lage der Stra√üe bietet folgende Vorteile: neben einem minimierten Ausma√ü der Verkehrsfl√§chen und einer L√§rmminderung gew√§hrt die Absenkung einen in dieser Gegend sicher willkommenen Windschutz. Sie er√∂ffnet eine von den G√§rten oder Vorg√§rten abgesetzte weitere Ebene. Begr√ľnte Seitenw√§nde und punktuelle √úberkopfberankungen lassen die Zufahrt auch zur attraktiven Spielstra√üe werden. Blickverbindungen in G√§rten und Umgebung bleiben von Verkehr und abgestellten Fahrzeugen unbeeintr√§chtigt.
Die Nordzeile Typ 3 wird durch die im Abstand von 2m von der Grundgrenze aneinander gef√ľgten H√§user gebildet und gibt der Gartensiedlungsanlage einen abschirmenden R√ľcken. Dort vorgelagerte K√ľchenterrassen k√∂nnen einen, im Sommer eventuell begehrten Schattenplatz bieten. Der Zugang von der s√ľdlich laufenden, tief gelegten Stra√üe erfolgt √ľber eine Stiegenanlage durch den Garten. Optional k√∂nnten auf Basis privater Initiativen und Finanzierung von den mit Gr√ľnd√§chern versehenen Stellpl√§tzen an den Gartenfronten unterirdische G√§nge zu den Kellern gef√ľhrt werden. Damit w√§re der witterungsunabh√§ngige Zutritt zu diesen H√§usern gegeben. Im rechten Winkel vom Hauptgeb√§ude in den Garten gerichtet decken Nebengeb√§ude an den √∂stlichen Grundgrenzen von den Wohnr√§umen aus zu begehende Terrassen und erzeugen hier Intimit√§t und Sichtschutz.
Die H√§user der S√ľdzeile Typ 2A und 2B sind variabler und aufgelockerter gezeilt. Die Nebengeb√§ude stehen in Zwischenr√§umen. Sie bilden jeweils eine niedere Schott vom Vorplatz zum Garten. Gekuppelte Bauten wechseln mit freigestellten Geb√§uden ab. Damit und durch die an drei Stellen differenzierte H√∂henstaffelung ‚Äď erzeugt durch punktuellen Ausbau der Dachgeschosse - sind vielfache Nord-S√ľd Durchblicke geboten.

Auch beim Kleingartengebiet schlie√üt eine ununterbrochene H√§userzeile r√§umlich gegen Norden ab. Die Erschlie√üung dieser Nordzeile Typ 1 erfolgt √ľber den an der n√∂rdlichen Gebietsgrenze gef√ľhrten Fu√üweg √ľber die anliegenden Vorg√§rten. Der zur benachbarten Bebauung erforderliche Abstand von 6m wird eingehalten. Die S√ľdzeile Typ 1 zeigt ein bewegteres Bild. Die einzelnen H√§user sind abwechselnd nach Norden und nach S√ľden versetzt. Diesem Rhythmus folgend wechselt auch die Lage der Nebengeb√§ude, im Garten oder Vorgarten jeweils normal zum Hauptgeb√§ude. Das Zentrum dieser Anlage bildet ein kleiner Platz. Von dort ausgehend unterbrechen zwei Stichwege die H√§userreihen und ergeben eine vertikale Verbindung vom Norden in den S√ľden des Kleingartengebietes.